“Ich bin keine Gringa!” – Tina von Soy Shirts im Interview
In Tinas Shop Soy Shirts findet man Shirts mit Pep. Oder besser: Pimento, denn die Shirt-Texte sind alle auf spanisch.
Ihr Shop ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man mit wenigen Motiven (s)eine Geschichte erzählen kann. Denn Tina ist Reisejournalistin: auf ihrer letzten Reise durch Costa Rica musste sie festellen, dass sie als weiße Touristin meistens für eine US-Bürgerin, auf spanisch “Gringo” bzw “Gringa”, gehalten wird. Um das nicht immer klarstellen zu müssen, hat sie sich gleich nach dem Urlaub unter dem Motto “No Soy Gringa” - ich bin keine “US-Touristin” - ein paar T-Shirts gestaltet, die das unmissverständlich zum Ausdruck bringen. Und auch noch erfrischend gut und urlaubsnah aussehen.
Man beachte besonders die Feinheiten der Motivsprache wie “No soy gringo, desnudar”= “Ich bin kein Gringo, denn ich zieh mich auch mal aus” bzw “No soy gringa, fumar”=”ich bin keine Gringa, ich rauche schon auch mal”. Tina von Soy Shirts im Interview.
Beschreibe Dich in ein paar Worten
Ich bin Tina Eder, 27 Jahre alt, Reisejournalistin und immer viel und gerne in der Welt unterwegs. Dieses Jahr hat es mich für von Februar bis Mai nach Costa Rica verschlagen. Alles dort hat mich inspiriert. Die Menschen. Die Musik. Die Landschaft. Die Kultur. Einfach alles. Nach 3 Monaten im Paradies war es zu Hause etwas trist. Soy-Shirts war mein Ventil gegen das “Heimweh” nach Costa Rica bzw. das Fernweh im Allgemeinen. Entstanden ist der Shop aber primär aus einem “Problem” vor Ort. Viele, viele Amerikaner bereisen das für sie nahe Costa Rica und deshalb wird grundsätzlich jeder Reisende einmal als GRINGO/A abgestempelt. Also, als “Ami” halt.
Mensch, das geht einem nach einer Weile etwas auf die Nerven. Ich ging also in einen winzigen T-Shirt-Beklebe-Shop und ließ mir schnell “No soy Gringa” auf mein Shirt drucken > und é voilà: mein Shirt war der Renner. Sogar bei “Gringos”. Ich wusste, wenn ich zurück komm, muss und will ich “no soy gringa/o” Shirts entwerfen. Aber die Umsetzung (Druck, Versand,etc.) schien mir ein Problem werden zu können> Ich gab nur mal “T-Shirts” und “Druck” in Google ein > und las: “Eigenen T-Shirt-Shop eröffnen?” “Ja!ja!” dachte ich mir- und tat es. Seit einem Monat bin ich online. Zu den No soy Gringa Shirts gesellen sich mittlerweile allemöglichen Shirts > Kriterium: alles Spanisch! Und Auftrag: Botschafter Europas zu sein und zu werden und einzukleiden. Europa existiert, ist bunt und aufgeweckt. Das muss die Welt doch wissen. Und es macht Spaß! Ein Ventil meiner Kreativität. Wie malen irgendwie. Sehr enstpannend und bereichernd. Manchmal bin ich produktiver, dann wieder etwas lascher. Aber im Grunde: ein paar Motive pro Woche sind`s immer. Ich rede mit jemanden > und mir fällt was ein. Jeder möchte auch mal einen Beitrag dazu leisten und ist ganz stolz, wenn er mich zu einem meiner Motive inspiriert hat und er es dann online sieht.
Welches ist Dein Lieblingsmotiv und wie ist es entstanden?
Hm, schwer zu sagen. Es ist ja immer ein Werden und Entstehen und nie Stillstand. Ich finde immer die Letzten am Besten. Eigentlich. Man wird ja auch besser. Sollte zumindest so sein. Momentan also die “Träumerin” und die “Wart`auf mich-Schildkröte”. Nächste Woche wahrscheinlich wieder ein anderes ;-)
Wie und wo vermarktest du den Shop und machst ihn bekannter?
Ich habe eine Gruppe auf Facebook gegründet. Außerdem schalte ich bei Facebook auch ein Inserat “Trag`s auf Spanisch”. Demnächst sollte etwas in der Frauenzeitschrift Woman und im Lifestyle-Heftl Krone-Life erscheinen > Kontakte von Pressereisen ;-) Natürlich ein Luxus. Und dann erzähl ich natürlich jedem davon und zwinge ihn, es weiter zu erzählen. Ganz klar.
Was denkst du, wer deine Kunden so sind?
Aufgeschlossene, junge oder junggebliebene Menschen, die gerne reisen. Vor allem gerne ins spanischsprechende Ausland und vor allem nach Südamerika. Aber auch ganz generell. Menschen, die Humor haben. Menschen, die nicht 0815 sind. Vorerst natürlich mehr Frauen> muss an meinem Männersortiment noch etwas arbeiten. Frauen, die gerne mit anderen Menschen kommunizieren. Meine Shirts sollen vor allem auch Gespräche anregen.
Hast du schon jemanden mit deinen T-Shirts rumlaufen sehen - den du nicht kanntest?
Nein, leider noch nicht. Aber ich fang ja erst an. Aber das wär dann natürlich mein “größter Erfolg”. Ach, das wär schön.
Was machst du, wenn du mal keine Shirts gestaltest?
Ich bin selbständig. Ich mache Werbung und Grafik und Textzeugs und so. Und eben Reisejournalismus. Alles, was irgendwie kreativ ist. Und ich mache das alles furchtbar gern. Arbeit ist es für mich eigentlich weniger. Und das ist toll.
Wenn du ein T-shirt wärst - wie würdest du aussehen?
Na, da ist wer sicher stolz auf diese Frage…Na gut: “bunt” sagen wahrscheinlich die meisten. Würd ich ganz spontan auch schreiben. Anders, nicht klassisch. Unverwechselbar. Von hoher Qualität und weit, weit wie der Ozean. Und offen. Irgendwie, irgendwo. Freundlich in der Erscheinung und im Inneren. Und ehrgeizig. Tja, wie ein T-Shirt ehrgeizig sein kann. Das ist einfach so.

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